IPO´s – Preisbildung bei Börsenneulingen (Bookbuilding)

Mit den großen deutschen Börsengängen von Zalando und Rocket Internet rücken IPO´s wieder in den Fokus der Anleger. Der Begriff IPO stammt dabei aus dem Englischen und steht für initial public offering und damit für das erstmalige Angebot, Aktien eines Unternehmens an einem organisierten Kapitalmarkt zu zeichnen.

Doch wie wird der Preis eines Börsenneulings festgestellt?

Früher setzten Unternehmen den Preis der eigenen Aktien selber exakt fest und die Anleger konnten entweder zuschlagen oder eben nicht. Um jedoch einen optimalen Kompromiss zwischen Angebot und Nachfrage zu finden, führt man seit rund zwei Dekaden das sogenannte „Bookbuilding-Verfahren“ durch.

Das „Bookbuilding-Verfahren“

Dabei beauftragt der Börsenaspirant zunächst eine oder mehrere Banken mit der Durchführung des Börsengangs als sogenannte Konsortialführerin. Dieses Institut führt ein Orderbuchverfahren durch und erfragt bei potenziellen Investoren die Kaufbereitschaft und die dazugehörige Preisspanne, welche aufgrund dieser zunächst unverbindlichen Angaben festgesetzt wird. Im nächsten Schritt können institutionelle und private Anleger innerhalb einer „Bookbuilding-Phase“ verbindliche Gebote für die Zuteilung der neuen Aktien aufgeben.

Der Emissionspreis

Am Ende des „Bookbuildings“ legt die Konsortialführerin einen Emissionspreis fest und alle Bieter, die diesen oder mehr geboten haben, kommen zum Zuge. Sollte die Nachfrage dann noch größer als der Bestand an zu verteilenden Aktien sein, werden die Bieter nur anteilig bedient – in seltenen Fällen werden die Papiere sogar verlost.