Trader-Spendenaktion für die Engel vom Bahnhof Zoo!

Liebe Trader und Traderinnen, fernab des Handelsalltags liegt uns etwas am Herzen und wir freuen uns, Ihnen eine gemeinsame Trader-Spenden-Aktion von BrokerDeal.de und Trading-Stars.de vorstellen zu können. Zugleich bitten wir um Ihre Mithilfe – teilen und unterstützen Sie dieses Projekt.

Prolog                                              

“Sumpfgeil*”

Neulich sitzt ich ein paar Tage

in der Hauptstadt keine Frage.

Ganz allein und doch nicht einsam,

ist man allein hier nur „jemeinsam“.


Wind und Wetter, Sommer, Winter

lässt auch Werner, Rob und Günther

nicht die Straßen hier verlassen,

Feste feiern in den Gassen.


Gesellschaftsgleich und unterm Durchschnitt

fühlt man sogleich Verlust von Durchblick.

Nicht ganz gesund und auch mal fertig,

den Gehsteig lang recht ebenerdig.


Ich mitten drin, mag Zweck und Sinn sich mancher fragen.

Sprechen können doch die Narben,

die der Menschen Körper tragen

und nicht nach dem Morgen fragen.


Dank Distanz und hohem Rang

fühlt man also diesen Drang.

Erst intressiert, dann richtig geil,

der Sumpf im Dunkel scheint so frei.

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[*Sumpfgeil] Dieser Neologismus setzt sich aus dem Substantiv [Sumpf], stellvertretend für kriminalitätsbelastete oder subkulturelle Räume in Großstädten, und dem umgangssprachlichen Suffix [-geil], für ein erhöhtes und begieriges Interesse Dritter an der Thematik zusammen und soll den ansonsten schwer definierbaren Gefühlszustand zwischen Abneigung und/oder Ekel einer Sache und/oder Person gegenüber bei gleichzeitigem Interesse, selbiges tiefer zu ergründen, beschreiben. Eine gewisse Distanz zur Sache und/oder Person ist dabei notwendig.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von „Christiane F.“ in Buch oder Verfilmung „Die Kinder vom Bahnhof Zoo.“ Die Autorin beschreibt eindrückliche und persönliche Erlebnisse aus der Hochzeit „harter Drogen“ in der einschlägigen Szene rund um den U- und S-Bahnhof Berlin Zoologischer Garten. Aus reiner Sumpfgeilheit* oder aber auch zur Abschreckung und Aufklärung Heranwachsender wurde die Geschichte rund um das junge Mädchen aus Ost-Berlin zum Standardwerk in deutschen Haushalten. Schon damals war die Gegend rund um den „Zoo“ Anker einer Subkultur und wer glaubt, diese Zeiten seien lange vergangen sollte einmal offenen Auges und zu Fuß eine Runde um das Bahnhofsgebäude drehen.

Man schaut und zeigt mit dem Finger auf sie, wenn die S-Bahn vom Hauptbahnhof in den „Zoo“ einfährt und man die Schlafsäcke und Gruppen Obdachloser an den Häuserwänden der Berliner Jebensstraße entdeckt. Man stockt und geht einige Schritte beiseite wenn eine kreisrunde Gruppe trinkender Punks vor dem Supermarkt in der Bahnunterführung hockt. Man schaut Reportagen und liest Berichte über die zunehmende Kluft zwischen arm und reich, den offenen Drogenhandel am „Kotti“ oder die wohnungslosen Jugendlichen am Alexanderplatz – nur eines möchte man nicht: mit ihnen direkt ins Gespräch kommen, die Lebensgeschichte erfahren und feststellen, dass dies Menschen sind, wie Du und Ich.

Freilich nachvollziehbar ist diese ängstliche Distanz und auch wir hatten bei den ersten Kontakten mit dieser eigenständigen Welt ein mulmiges Gefühl im Bauch, durften jedoch einige Tage und Wochen Einblicke in das Leben auf der Straße und die unbezahlbare Arbeit der Berliner Bahnhofsmission am Zoo sammeln.

Nächste(n) Hilfe: Bahnhofsmission

Die Bahnhofsmission ist seit über 100 Jahren Anlaufstelle für alle Menschen, die Hilfe benötigen. Das sind zum Beispiel Reisende, die wegen körperlicher Einschränkungen oder Behinderung Hilfestellungen beim Ein-, Aus- oder Umsteigen am Zug benötigen. Andere suchen die Hilfe der Bahnhofsmission weil sie ihre Fahrkarten oder Geld verloren haben, bestohlen wurden oder Mitreisende nicht mehr auffinden können. Verwirrte oder psychisch gestörte Personen werden gebracht oder suchen selbst den Kontakt aufgrund unterschiedlichster Probleme. Daneben gibt es die große Gruppe der regelmäßigen Gäste aus der Peripherie der Bahnhöfe mit sozialen Schwierigkeiten. Wohnungslose Männer und Frauen, jugendliche Trebegänger, Suchtmittelabhängige und Prostituierte auf der Suche nach einem Ansprechpartner und einer Grundversorgung an Lebensmitteln oder Bekleidung. Das weitere Leistungsangebot der Missionen passt sich den Bedürfnissen der Menschen an und vermittelt bei Bedarf an weiterführende Einrichtungen in einem guten Netzwerk aus Institutionen und Helfern.

bm2Die Engel mit den blauen Westen

Man erkennt sie an den blauen Westen und einem Lächeln im Gesicht, die Mitarbeiter der Bahnhofsmission. Der direkte Umgang mit einer breiten Klientel an Menschen erfordert von den meist ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Höchstmaß an Sensibilität, Toleranz und vor allem eigener psychischer Stabilität. Vielseitige Arbeitsbereiche von der Hilfe am Bahnsteig bis hin zur Ausgabe von frischer Kleidung bieten Abwechslung und den steten, direkten Kontakt mit Menschen. Mit Einzelnen ins Gespräch zu kommen und das Gehörte zu reflektieren und korrekt einzuordnen sowie Folgeschritte einzuleiten bedarf einer guten Menschenkenntnis und eine notwendige Balance zwischen Nähe und professioneller Distanz. Dabei hilft ein gut abgestimmtes, funktionierendes und unabdingbares Team. Nur wenn alle zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen ist der Ablauf für Mitarbeiter und vor allem Gäste erträglich und menschlich. Egal ob Koch, Sozialarbeiter oder ehrenamtlicher Rentner, alle bringen sich mit ihren Fähigkeiten ein und schaffen so ein positives Umfeld – ein wahrliches Stück Himmel am Bahnhof.

Brennpunkt Berlin Zoologischer Garten: rund 600 Gäste an nur einem Tag

Zwar gibt es an Deutschlands Bahnhöfen über 100 Missionen und in jeder dieser Einrichtungen werden wichtige Hilfestellungen angeboten, einen besonderen Brennpunkt stellt jedoch noch immer der U- und S-Bahnhof Berlin Zoologischer Garten dar. Hier werden an Spitzentagen rund 600 Menschen mit einer Mahlzeit, Kleidung und einem Ansprechpartner versorgt. Mit oder ohne Problem: Hier sind alle Menschen richtig und willkommen. Die Bahnhofsmission hilft jedem, jederzeit und gratis. Egal ob jung oder alt, es werden keine Voraussetzungen an die Person oder ihr Problem gestellt und das 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche und selbst an Heiligabend. Aber auch die Engel mit den blauen Westen brauchen ständig und regelmäßig Hilfe. Egal ob konkrete Sachspenden wie Schlafsäcke, Fleece Jacken oder ein Pfund Kaffee – Ihre Gaben kommen auf direktem und unbürokratischen Wege an. Welche Freude es doch ist, wenn die eigenen, alten Turnschuhe einem Obdachlosen wie angegossen passen und nicht einfach im Müll landen. Wer in der Hauptstadt zu Gast ist sollte immer ein kleines „Care-Packet“ schnüren und persönlich am „Zoo“ vorbeibringen. Wer auch aus der Ferne helfen möchte kann natürlich auf die klassische Art spenden. Mit diesen Geldern werden fehlende Lebensmittel oder Fachpersonal, wie zum Beispiel Einzelfallbetreuer, finanziert und auch wir wollen einen Beitrag leisten.

Persönliche Erfahrungen: Vollkontakt von Anfang an

Zwei Mitarbeiter der Bahnsicherheit weißen uns mit mitleidigem Blick den Weg zur Bahnhofsmission. Wir folgen dem Schild und verlassen die Wartehalle in die Jebensstraße und müssen nicht länger suchen: vor einem Seitengebäude, davor zwei Pavillions, erblicken wir eine bunt gemischte Menschenschlange, wartend auf Einlass. Eigentlich stammen wir aus einer anderen Welt – ein Wertpapierhändler und eine Studentin der Sozialen Arbeit. Beide verbringen wir den Großteil unseres Alltags in sterilen Büros oder Hörsälen, fernab der Großstadt und deren Bewohner. Die Motivation für dieses ehrenamtliche und freiwillige Praktikum kommt vielleicht durch unser Interesse, Extreme kennenzulernen. Als bekennende Fans der Hauptstadt haben wir uns also auf die Spurensuche der Kinder vom Bahnhof Zoo begeben.

Der Puls steigt, denn umso näher man kommt, desto eindringlicher wird der beißende Geruch nach Urin und einer undefinierbaren, süßlichen Note. Rückblickend war der erste Kontakt mit Obdachlosen weniger unangenehm als erwartet, um genau zu sein sogar positiv. Geht man offen, freundlich aber direkt auf diese Menschen zu, so entgegnen sie einem genauso und mit Interesse. Negative Gefühle, provoziert aus Voreingenommenheit und Distanz, wurden binnen Stunden zum Positiven gewandelt. Zwar sind Alkohol, Drogen, Polizei, Notarzt und Gewalt alltäglich und nicht zu bestreiten, dennoch überwiegen schöne Momente und Erinnerungen. Ein großer Teil der Gäste ist aufrichtig dankbar für Essen und Zuwendung und weiß dies zu schätzen.

Das zu erwartende, erdrückende Mitleid, für auf der Straßen lebenden Menschen, ist auch nach drei Wochen Praktikum ausgeblieben. Auch Obdachlose funktionieren wie in jedem anderen systemischen Alltag. Diese gesellschaftliche Randgruppe zeigt durchweg menschliche Strukturen auf – es gibt Freund- und Feindschaften, Paare und Flirts, Alpha-Tiere und welche, die es gerne wären. Eine Gesellschaft in der Gesellschaft mit eigenen Regeln und Zielen. Besteht unser Alltag doch in dem Sinn, Kapital, Wissen oder andere Güter anzuhäufen und so einen Fortschritt zu erzielen, besteht das Ziel auf der Straße darin, dass Überleben am Tage zu sichern und sich auf die Nacht vorzubereiten. In der Regel haben die Gäste die Fähigkeit “zu Gestalten” verloren, fügen sich ihrem Schicksal und verlernen durch negative Erfahrungen die Kraft, ihren Lebensweg aktiv zu beeinflussen. In der Psychologie nennt man das “die erlernte Hilflosigkeit” – gerade diese Menschen bedürfen unserer Aufmerksamkeit.

Viele der regelmäßigen Gäste der Bahnhofsmission am Zoo tragen traurige Geschichten und Erfahrungen mit sich herum, die meist auch der Auslöser für ihre jetzige Situation zu sein scheint und dennoch erschaffen sie einen Alltag der weitaus schwieriger ist als der Unsere. Geht im Büro etwas schief gibt es Probleme, findet ein Obdachloser im Winter keine Hilfe, stirbt er jedoch. Im Jahre 2012 sprach die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe von geschätzt 284.000 wohnungslosen in Deutschland – Tendenz steigend. Verlässliche, aktuelle Zahlen gibt es nicht, denn die Lobby der Straße ist klein.

bm1Gemeinsame Trader-Spenden-Aktion: Brokerdeal.de und Trading-Stars.de helfen

Krankheit, Pech oder Missgeschicke auf Reisen, persönliche Krisen oder ganz und gar ausweglos scheinende Lebenssituationen können jeden Menschen, und auch uns persönlich, treffen – keine Versicherung, kein Lebensalter und kein Kapitalpolster können davor schützen. Das Schicksal kann Junge und Alte, schwache und Tüchtige, Hilfsarbeiter, Akademiker und eben auch uns Trader oder Investoren treffen, sodass materieller oder seelsorgerischer Beistand notwendig wird. Gerade wir, die wir mit unserem Kapital und aus dem Schutz unserer Büros fernab der Straße arbeiten, sollten Dankbar für unseren Beruf oder unser Hobby sein und diesen Erfolg mit Schwächeren und Ärmeren teilen. Daher haben wir uns dazu entschieden, die Berliner Bahnhofsmission am Zoo zu unterstützen. Es reicht nicht, ein Foto zu machen und dann wieder in sein Hotel zu verschwinden – lassen Sie uns hinsehen und einen gemeinsamen Beitrag leisten.

Trading-Stars.de spendet ab sofort für jede Neukundenbestellung 10,00 Euro und auch die innovative Brokervergleichsplattform BrokerDeal.de möchte dieses lobenswerte Projekt mit unterstützen. Mitglieder von BrokerDeal.de erhalten für jeden Trade bei einem der Partnerbroker eine Gutschrift, die monatlich ausbezahlt wird (EUR/USD kann so ab 0,75 Pips gehandelt werden, DE30 mit einem Spread von 0,62 und US30 sogar ab 0,32 Punkten). Einen frei wählbaren Teil davon können die Trader den wechselnd vorgestellten Hilfsprojekten spenden, BrokerDeal.de verdoppelt diese Spenden dann noch! Angestrebt wird eine Summe von 2.000 Euro bis Weihnachten, lasst uns gemeinsam Gutes tun!

Text: Johanna Wagner, Studentin Soziale Arbeit; Christian Stern, Trader & Mitbegründer Trading-Stars.de