Swaps & Carry-Trading – Übernacht-Finanzierungskosten im Devisenhandel (Forex)

Vielen Forex-Tradern sind die sogenannten Swap-Kosten für über Nacht gehaltene Positionen ein Dorn im Auge. Im Gegensatz dazu gibt es jedoch auch Händler, die sich genau auf diese Unterschiede im Zinsniveau spezialisiert haben und Profit aus dem „Rollover“ schlagen – diese Strategie ist als „Carry-Trading“ bekannt. Wir erklären Ihnen die Grundlagen der Swaps und zeigen, wie man diese für den persönlichen Börsenerfolg nutzen kann oder unnötigen Finanzierungskosten praktisch entgeht.


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Weitere Informationen zum Thema Brokerage finden Sie hier.

Grundlagen Swap-Kosten im Forex-Trading

Der aus dem Englischen stammende Begriff Swap bezeichnet einen Tausch oder Austausch. Im Währungshandel also das Eintauschen einer Währung in eine andere – beispielweise kaufen wir mit unseren einheimischen Euros den US-Dollar. Aus diesem Geschäft lässt sich eine Ratio, also ein Währungspaar, mit einem eigenen Kurswert bilden: EUR/USD. Steigt dieses im Kurs an (long), gewinnt der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert, fallen die Notierungen dagegen ab (short), gewinnt der US-Dollar hinzu. Wenn Sie im Bereich Forex handeln und eine Position über Nacht halten, werden Ihnen Swap-Kosten berechnet oder gutgeschrieben. Wir sprechen dabei auch von „Rollover“, „Rollover-Swap“ oder „Overnight-Swap“ (Übernacht-Finanzierung). Diese Swaps kommen durch die Differenz der jeweiligen Zinssätze der Währungsräume zustande und sind hochgradig vom regionalen Leitzins abhängig. Geringe Differenzen erzeugen dabei sehr geringe bis nicht vorhandene Swaps, große Unterschiede können deutlich spürbare Swaps erzeugen.


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Swap-Kosten in der Praxis

Forex-Trading bedeutet ein Geschäft, in dem eine Währung gekauft, und zur gleichen Zeit eine andere verkauft wird. Die Kursdifferenz beim Schließen der Position entspricht dem Handelsergebnis. Während der Haltedauer fallen zudem Zinsen für die Finanzierung der Position bei Ihrem Broker an. Erwirtschaften Sie mit der Handelsposition weniger Zinsen in der Fremdwährung, als Sie für die Finanzierung der Position in der Basiswährung bezahlen müssen, entstehen negative Swaps. Positive Swaps entstehen dann, wenn die Fremdwährung höher verzinst ist, als die Basiswährung und die Finanzierungskosten so zum einen bezahlt, und zum anderen sogar überstiegen werden.

Swap-Kosten am Beispiel: Short im EUR/AUD

Die aktuellen Leitzinssätze großer Währungsräume variieren:

  • Europa (EZB) 0,00 %
  • USA (FED) 0,75 %
  • Australien (RBA) 1,50 %

Mit einer Short-Position im Währungspaar EUR/AUD verkauft man also den Euro, und kauft den Australischen Dollar (AUD). Die Differenz im Zinssatz beider Regionen ist relativ hoch und bei einem guten Broker entsteht dem Trader ein positiver Swap. Demnach werden dem Depot jede Nacht ein paar Cent gutgeschrieben. In unserem Beispiel reicht beim Broker FIBO Group schon ein Microlot (0,01 Lot) aus, um täglich sieben Cent Swap-Gewinn zu realisieren.


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Quelle: FIBO Group MetaTrader 4

Carry-Trading – So profitieren Sie von positiven Swaps

Beim Carry-Trading handelt man also nur Positionen, welche positive Swaps genieren. Da die absoluten, täglichen Gutschriften jedoch relativ gering erscheinen, spielt die Zeit dem Trader in die Karten. Carry-Trades sollten also langfristig als Swing- oder Positionstrades ohne enge Stop-Absicherungen eingeplant werden. Wir empfehlen hierzu, die Swaps als weiteren Filter zur Technischen Clusteranalyse einzusetzen.

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Die Trading-Matrix am Beispiel GOLD: Filtermöglichkeiten aus fundamentaler und technischer Analyse zeigen derzeit den Verbleib an der Seitenlinie an.

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Die Trading-Matrix am Beispiel AUD/USD: Die Trendlage, CoT-Daten und die aktuellen Swap-Kosten sprechen für eine aussichtsreiche Long-Position.

Die Leitzinsen im freien Fall – Exotische Währungen im Fokus

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Quelle: http://www.finanzen.net/leitzins/

Die Zinsniveaus der großen Volkswirtschaften tendieren derzeit gegen Null sodass exotische Währungen in den Fokus der Trader rücken. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten Forex-Paare mit positiven Swaps:

Long:

  • AUD/USD
  • NZD/USD

Short:

  • EUR/SEK
  • EUR/AUD
  • USD/MXN
  • EUR/NOK
  • EUR/PLN
  • USD/ZAR

Wie hoch sind die Swap-Gebühren bei meinem Broker?

Die Swaps können je nach Broker und Kontomodell variieren und verändern sich von Zeit zu Zeit mit dem aktuellen Zinsniveau. Fragen Sie im Zweifel beim Kundensupport nach oder prüfen Sie jeweiligen Spezifikationen in der Handelssoftware MetaTrader 4 (MT4) einzeln nach. Achten Sie dabei beim Vergleichen verschiedener Broker auf die Berechnungsmethoden (Swap in Pips, Swap in der Symbol-Basiswährung, Swap nach Zinssatz oder Swap in der Margin-Währung).


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Quelle: FIBO Group MetaTrader 4

Wann werden die Swap-Gebühren berechnet?

Die Berechnung der Swap-Gebühren erfolgt meist um Mitternacht, variiert jedoch von Broker zu Broker aufgrund verschiedener Zeitzonen und Serverzeiten. Bei ausländischen Brokern kann es also schon um 23 Uhr unserer Zeit zum „Rollover“ kommen. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall auch hier beim zuständigen Kundenservice. Wenn Sie den Swap-Kosten also entgehen wollen, kann es sinnvoll sein eine Position am Abend zu schließen und erst nach Mitternacht wieder zu eröffnen – Sie generieren dann jedoch erneut den Spread (Spanne zwischen An- und Verkaufskurs) und ggf. Kommissionskosten.

Besonderheit: 3-Tage-Swap

Da der Broker Ihre Positionen oftmals über das Wochenende hinaus finanzieren muss, diese Kosten jedoch aufgrund geschlossener Märkte nicht weitergeben kann, wird oftmals ein intrawöchiger 3-Tage-Swap, sozusagen im Voraus, berechnet. In unserem Beispiel beim Broker FIBO Group findet dieses Prozedere immer am Mittwoch statt sodass an diesem Tag um das Dreifache höhere Swaps entstehen. Auch diese Informationen können Sie in den Kontraktspezifikationen im MetaTrader 4 (MT4) einsehen.

Brokerage – So erkennen Sie gute Handelspartner

Eine Vielzahl von Brokern nutzt neben Spreads, Kommissionen und Slippage auch die Swaps um möglichst hohe Gebühren und damit einen enormen Nachteil für den Trader zu generieren. Horrende Finanzierungskosten sowohl auf der Long-, als auch auf der Short-Seite, sprechen nicht für die Qualität des Brokers. Für moderate Swing- und Positions-Trader empfehlen wir das Kontomodell MT4-Fixed von FIBO Group, für spezialisierte Carry-Trader den NDD-Account. Die Auswirkungen der Swaps können Sie zudem in Demo-Depots risikofrei testen.

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