Mini-FDAX: Liquidität und Spread als Nachteil für Trader?

Wie von uns berichtet hat die Deutsche Börse Gruppe einen kleinen Bruder für den DAX-Future (FDAX) eingeführt. An der Terminbörse Eurex Exchange wird dieser neue Kontrakt nun seit rund einer Woche gehandelt. Wir blicken auf die aktuelle Liquidität, Kursstellung und Spreads für aktive Trader.


0311miniFDAXvsFDAXB1 zeigt den neuen Mini-FDAX im Vergleich zum großen Kontrakt inkl. Handelsvolumina.


Mini-DAX-Futures-Kontrakt seit 28. Oktober verfügbar

Wie in Bild 1 erkennbar gibt es insbesondere zu den Mittags- und Abendzeiten deutliche Unterschiede innerhalb der Kursstellung in den einzelnen Kontrakten. Aufgrund fehlender Liquididät im kleinen, neuen Mini-FDAX werden minutenweise keine Umsätze getätigt. Durch fehlende Orders und Arbitrage zum Kassamarkt steigen die Spreads außerhalb der Kernhandelszeiten teilweise enorm an. Auch im regulären Intraday-Handel beobachten wir anhaltend höhere Spannen zwischen An- und Verkaufskursen im neuen Kontrakt.


0311miniFDAXvsFDAXOHLCB2 zeigt den neuen Mini-FDAX im Vergleich zum großen Kontrakt.


Auch die Kursstellung weicht teilweise sehr deutlich vom liquideren Hauptkontrakt ab. In Bild 2 haben wir exemplarisch die OHLC-Kurse (Open, High, Low, Close) von zwei 5-Minuten-Kerzen verglichen. Besonders negativ fällt dabei der erste Handelstag auf.


Fazit

Eine leichte Zunahme der Handelsvolumina und damit eine Verbesserung der Situation ist zuletzt zu beobachten. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob eine Angleichung der Liquidität an den Hauptkontrakt durch erhöhtes Market-Making und eine aktivere Arbitrage zu schaffen ist. Zum derzeitigen Stand sollten Händler – soweit es die Depotgröße zulässt – im FDAX verbleiben oder CFD´s bei hochwertigen Brokern als Alternative nutzen.