FOREX

Experten schätzen das tägliche Handelsvolumen am weltweiten Devisenmarkt mittlerweile auf rund 5,3 Billionen US-Dollar (als Zahl 5.300.000.000.000 US-Dollar). Damit ist dieser um ein Vielfaches größer als der Wertpapiermarkt. Aufgrund der hohen Liquidität, Volatilität und auch wegen des leichten und ständigen Marktzugangs versuchen vermehrt auch Privatanleger ihr Glück in diesem Börsensegment.


Rund um den Devisenmarkt

Der Börsenhandel mit Devisen wird auch Forex oder kurz FX genannt (engl. Foreign Exchange) und ist in der Masse außerbörslich organisiert (OTC, over the counter). Mit dem Übergang vom festen zum flexiblen Kurssystem in den 1970er wurde der Markt geboren und war seit 1999 auch für private und kleinere Händler zugänglich. Der Forex-Markt eröffnet am Sonntagabend und schließt erst am Freitagabend – damit ist der unterwöchige der Handel rund um die Uhr möglich. Die Zentren des Währungshandels wechseln im täglichen Verlauf von Sydney nach Tokio und von Frankfurt und London nach New York bis der nächste Tag beginnt. Die Liquidität nimmt außerhalb der europäischen und US-Handelszeit stark ab und ist in der sogenannten „London-Session“ von 8.00 bis 18.00 Uhr CET am größten.

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Grundbegriffe im Devisenhandel

Ein sogenanntes „Lot“ bezeichnet die Standardeinheit einer Transaktion im Gegenwert von 100.000,00 $. Ein sogenannter „Pip“ bezeichnet die Veränderung der vierten Nachkommastelle (Ausnahme JPY) um einen Punkt und ist meist 10,00 $ je Lot Wert.

Beispiel: der EUR/USD steigt von 1,3801 auf 1,3802, also um einen Pip.

Preisbildung am Devisenmarkt

Der Handel findet in der Masse im sogenannten Interbanken- oder OTC-Geschäft (engl. over the counter) statt. Das heißt, die großen Marktakteure agieren direkt und ohne einen echten Börsenplatz miteinander. So wird das Devisengeschäft zum Teil undurchsichtig in einem Graumarkt ohne öffentlichen Zugang abgewickelt – die Kursstellung im Kassamarkt unterliegt also keiner echten Kontrollinstanz. Ein weiterer Teil wird jedoch in Form von Terminkontrakten (Futures oder Optionen) über Börsen abgewickelt.

Forex-Trading in Deutschland

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Im ersten Quartal 2016 war der EUR/USD mit 72% Anteil das beliebteste Währungspaar (lt. CFD Verband e.V.).

Warum verändern sich Währungskurse?

Devisennotierungen verändern sich aufgrund des wirtschaftlichen, realen Warenaustauschs in einer zunehmend globalisierten Welt. Hinzu kommen Spekulationen aufgrund von Zins- und Renditeunterschieden oder auf Kursschwankungen. Ein weiterer Teil der Währungsgeschäfte wird zur Absicherung (Hedging) gegen Kursschwankungen getätigt.


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Vorteile für Trader

Als größter Vorteil des Devisenmarkts gelten der ständige zeitliche Marktzugang und die geringen Kosten bei guten Brokern. Zudem wird die generell hohe Liquidität von den Marktteilnehmern geschätzt. Hebelprodukte lassen das Trading mit kleinen Konten zu.

Nachteile für Trader

Da es keine echten, börsenkontrollierten Referenzkurse gibt muss man der Kursstellung des Brokers oder Datenanbieters vertrauen – Abweichungen sind jederzeit möglich und an der Tagesordnung. Zudem konkurrieren private Trader in diesem Marktsegment direkt mit den größten institutionellen Marktakteuren.

Anteile am Handelsvolumen

Mit rund 28 % hat das Währungspaar EUR/USD den größten Anteil am gesamten, geschätzten Handelsvolumen des Jahres 2013. Es folgen USD/JPY mit rund 14 % und GBP/USD mit rund 9 %. Als junger Markt wächst der weltweite Handel mit Devisen kontinuierlich. Beeindruckend ist, dass der US-Dollar an seiner historischen Stärke festhalten kann und auch weiterhin mit rund 87 % an allen Transaktionen beteiligt bleibt.

Währungspaare

In der Regel werden bei der Darstellung von Devisenkursen Währungspaare in Form einer mathematischen Ratio gebildet. Das heißt, man schaut auf eine Währung im Vergleich mit einer Zweiten. Die letztgenannte Währung bildet dabei die Abrechnungseinheit. So stellt das beliebte Währungspaar EUR/USD den Wert des Euros in US-Dollar dar.

Währungspaare: Majors

Die folgenden US-Dollar-basierten Währungspaare werden Majors genannt:

EUR/USD

USD/JPY

GBP/USD „Cable“

USD/CHF „Swissy“

USD/CAD „Loonie“

AUD/USD „Aussie“

NZD/USD „Kiwi“.

Währungspaare: Crossrates

Die folgenden, meistgehandelten Währungspaare, ohne die Beteiligung des US-Dollars, werden Crossrates genannt: EUR/JPY, EUR/GBP, EUR/CHF, JPY/AUD, EUR/SEK, EUR/AUD.

Der US-Dollar-Index

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Quelle: FIBO Group MetaTrader 4

Der US-Dollar-Index zeigt den Wert des US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs anderen Währungen auf – also ein Art relative Stärke gegenüber einem Bündel anderer Devisen. Vor der letzten Anpassung im Jahre 1999 im Zuge der Euro-Einführung war die D-Mark mit knapp 21 Prozent gewichtet. Die veraltete Zusammensetzung führt jedoch zu stetiger Kritik am US-Dollar-Index.

Devisenmarkt und Rohstoffe

Der US-Dollar-Index hat eine stark negative Korrelation zum Rohstoffmarkt. Ein starker US-Dollar führt also in der Regel zu einer Verbilligung der Rohstoffe und anders herum.

Forex-Saisonalitäten

Saisonalitäten in den Finanzmärkten sind jahreszeitlich bedingte Bewegungen der Preise oder Volatilitäten. Diese können Folge natürlicher Prozesse wie zum Beispiel Erntephasen oder Heizperioden bei Rohstoffen oder kalendarische Phänomene wie regelmäßige Gewinnausschüttungen im Bereich der Aktien sein. Die Vielzahl der Einflussfaktoren lässt sowohl eine langfristige Betrachtung von Kursverläufen, als auch kurzfristige Intraday-Berechnungen, zu. Weitere Informationen und aktuelle Charts.

Forex-Trading in der Praxis

Eine Trading-Matrix erleichtert uns die Einordnung von Trends und Handelsrichtungen. Vom übergeordneten Chartbild („Big-Picture“) arbeiten wir uns in die signalgebenden Zeiteinheiten vor und berücksichtigen so den übergeordneten Geldfluss. Unsere aktuellen Forex-Trades finden Sie im Tradingjournal.