Die Wahrheit – Deutschlands erster echter Brokertest

Das wesentliche „Instrument“ und damit Arbeitsgrundlage für jeden Trader ist sein Broker – mit der Wahl des richtigen Partners steht und fällt die Entscheidung über die Profitabilität. Freilich hängt diese auch von den gehandelten Strategien und deren Erfolg oder Misserfolg ab, der falsche Broker kann jedoch auch den besten Handelsansatz zerstören.

Brokerage – worauf es ankommt

Die Unterschiede sind gewaltig: Kommissionen, Finanzierungskosten, die Qualität der Orderausführung und der Kursdaten, Slippage und viele weitere Faktoren wirken auf einen Trade ein. Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen und hier gleicht kein Broker dem anderen. Den jeweiligen Produktbeschreibungen die richtigen Zahlen zu entnehmen ist schon schwierig; wie es dann in der Praxis aussieht, steht dann nochmals auf einem anderen Blatt. Misserfolge an der Börse wiederum ausschließlich dem Broker zuzuschreiben ist sicherlich auch zu einfach gedacht, dennoch sollten die Grundlagen bestmöglich bereitgestellt werden und ein genauer Blick lohnt sich allemal. Wir haben es uns zur langfristigen Aufgabe gemacht in diesem Bereich genauer zu untersuchen und Sie bei der Auswahl des passenden Brokers zu unterstützen.

brokervergleichWir führen unsere Auswertungen mit Excel und C-Programmen durch – erlernen auch Sie diese Fähigkeiten zur professionellen Auswertung!

Der erste Echtgeld-Brokervergleich

Wir führen zurzeit bei vier großen und namhaften Brokern einen 1:1-Echtgeld-Vergleich durch. Dazu handeln wir zwei unterschiedliche Strategien vollautomatisch (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Entwickler der verwendeten Expert Advisors) bei diesen Brokern. Der vollautomatische Handel ermöglicht es, dass sämtliche Orders immer zeitgleich übermittelt werden. Dennoch ist bereits hier eine erste „Hürde“ zu überwinden. Wir verwenden für jeden Broker denselben Metatrader (Handelssoftware) mit identischen Expert Advisors (Handelsalgorithmus). Leider mussten wir jedoch feststellen, dass es bei einem Broker nahezu täglich zu mindestens zwei „Abstürzen“ kommt und bei einem weiteren Broker ca. alle zwei Tage. Dieser Umstand führt dazu, dass nicht immer alle Trades eingegangen werden bzw. nicht immer, entsprechend der Strategie, zu einem bestimmten Zeitpunkt geschlossen werden. In diesem ersten Vergleich konzentrieren wir uns daher beispielhaft auf vier durchgeführte Trades aus dem Währungshandel mit CFD´s (Forex), um Ihnen einen ersten Eindruck zu vermitteln.

Broker im Vergleich: Ausstoppen eines Trades

Der erste Trade ist ein „Ausbruchs-Trade“ auf den EUR/USD am 05.06.2014. Dieser Trade ist besonders interessant, weil an diesem Tag um 13.45 Uhr ein EZB-Zinsentscheid gewesen ist. Solche News verursachen im Allgemeinen größere Kursbewegungen und es kann zu einer deutlichen „Spread-Ausweitung“ (Spanne zwischen An- und Verkaufskurs) kommen. Diese führt dazu, dass der Unterschied zwischen dem ASK- und dem BID-Kurs größer wird. Dies kann zu deutlich schlechteren Ein- und Ausstiegen für den einzelnen Trade führen. Der Trade ist in der folgenden Abbildung dargestellt:

broker1Auf Basis einer zeitlichen und preislichen Range wurde eine Buy-Stop-Order (Kauf, long) auf die Oberkante der grauen Box gelegt. Der Stopp-Loss ist die Unterkante (rote, gestrichelte Linie). Noch vor dem Zinsentscheid wurde die Long-Order aktiviert. Im Rahmen des Zinsentscheides und der anschließenden Pressekonferenz kam es zu einer deutlichen Kursbewegung in die entgegengesetzte Richtung. Das heißt, der Stopp-Loss wurde genau in den ersten Sekunden nach 13.45 Uhr erreicht. Dieser Trade ist für die vier verschiedenen Broker in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:

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Die Zeiten der Orderausführung des Einstiegs weichen für die vier Broker deutlich voneinander ab. Dies ist eine Folge der unterschiedlichen Kursdaten, welche sich auch in den leicht unterschiedlichen Werten für Stopp-Loss und Take-Profit widerspiegeln. Der Stopp wurde bei allen vier Brokern auf die Sekunde genau zur gleichen Zeit erreicht. Das Endergebnis für den Trade ist aber dennoch sehr verschieden. Der größte Verlust ergibt sich bei Broker 3, während der kleinste Verlust bei Broker 4 zu finden ist. Bei den Brokern 1, 2 und 4 wurde der Trade genau zum tatsächlich gesetzten Stopp-Loss ausgeführt.

Ein „Ausbruchs-Trade“ im Vergleich

Schauen wir uns nun einmal einen Trade auf den EUR/JPY an. Auch hier wurde wieder ein „Ausbruchs-Trade“ durchgeführt, welcher in der folgenden Abbildung dargestellt ist.

broker3Die zeitliche und preisliche Spanne ist wieder mit einem grauen Kasten eingezeichnet. Kurz nach der Orderplatzierung wurde ein Long-Trade eingegangen. Im weiteren Verlauf des Tages kam es zu keinen größeren Kursbewegungen. Somit wurde der Trade entsprechend der Strategie um kurz vor 23.00 Uhr glattgestellt. Die genauen Trade-Daten in der folgenden Tabelle:

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Bei Broker 3 kam es unmittelbar (aufgrund abweichender Kurstellung) zur Eröffnung des Trades. Bei den anderen Brokern wurde der Trade um 10.30 Uhr eröffnet. Der Verkauf erfolgte um 22.58 Uhr. Bei der Trade-Abrechnung liegt diesmal Broker 2 vorne, während Broker 3 wieder das Schlusslicht ist.

Ein Trade mit ordentlichem Profit

Kommen wir nun zu einem weiteren Trade auf den EUR/USD. Ein weiteres Mal ist es ein „Ausbruchs-Trade“, der in der folgenden Abbildung dargestellt ist:

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Die Trade-Logik ist genau wie bei den zwei vorherigen Trades. Der Einstieg in einen Long-Trade erfolgte kurz nach der Orderplatzierung (außer bei Broker 1 wegen Systemabstürzen). Die eigentliche Bewegung kam News-bedingt erst gegen 20.00 Uhr. Auch dieser Trade wurde wieder um kurz vor 23.00 Uhr geschlossen. Die Trade-Daten sind:

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Wie bereits erwähnt wurde der Trade bei Broker 1 erst sehr verspätet aktiviert. Da der Ausführungskurs aber nah bei den anderen liegt, ist ein Vergleich dennoch möglich. Der größte Profit wurde bei Broker 2 erzielt – der kleinste Profit bleibt bei Broker 4.

Noch ein „Ausstopper“ zum Schluss

Den Abschluss dieses ersten Vergleichs soll ein Trade auf den GBPJ/PY zeigen. Dieser ist in folgender Abbildung dargestellt:

broker7Dieser Trade ist nach einigen Stunden in den Stopp-Loss gelaufen. Diesmal kam es zu keiner nennenswerten Abweichung zwischen gewünschtem Stopp und tatsächlicher Ausführung:

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Hier spiegelt sich wieder die unterschiedliche Kursdatenstellung der einzelnen Broker wieder. Daher weichen die Ausführungsuhrzeiten geringfügig voneinander ab. In der Trade-Abrechnung liegt diesmal Broker 4 vorne, wohingegen Broker 3 ein weiteres Mal das Schlusslicht ist.

Bewertung und Blick in die Zukunft

Schon die Auswertung von nur vier Trades zeigt welchen Einfluss die Wahl des richtigen Brokers auf den Trading-Erfolg oder -misserfolg haben kann. Sicher sind die hier gezeigten Abweichungen alle noch relativ klein; aber in der Summe von hunderten Trades können sich die Differenzen enorm auf Ihr Kapital auswirken. Weitere Auswertungen und Beiträge, Einblick in die Handelskonten und die Auflösung der genannten Broker finden Sie in Zukunft regelmäßig auf unserer Homepage.

Schreiben Sie uns doch einfach eine Mail an info@trading.stars.de und nennen uns Ihren Wunsch-Broker. Bei ausreichenden Mehrfachnennungen nehmen wir diesen dann in den Vergleich auf.

Christian Stern