Der Kaffeepreis (Coffee-Futures) – Bohnenknappheit wegen Preisverfall?

Der Preis der beliebten Bohne wird zum Teil im Terminhandel an der Börse bestimmt. Aufgrund der hohen Volatilität erfreut sich dieses exotische Handelsprodukt regelmäßiger Aufmerksamkeit von Anlegern und Medien – so werden laut “Euro am Sonntag” Vorräte knapp. Wir blicken auf die Grundlagen und das aktuelle Chartbild.

Historische Entwicklung

Im Jahre 2007 schlossen 77 Länder das sogenannte Internationale Kaffe-Übereinkommen, um die globale Kaffeewirtschaft und deren Zulieferunternehmen zu stärken und eine nachhaltige Preis(-entwicklung) zu ermöglichen. Für jedes kaffeeproduzierende Land wurden Quoten festgelegt, um eine Überproduktion und damit einen Preisverfall zu vermeiden. Vorausgegangen waren ein jahrelanger, massiver Preisverfall und problematische Zustände für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette.

Der Future Coffee C

Börsengehandelt und an der US-amerikanischen Terminbörse ICE gelistet findet vor allem der Kontrakt “Coffee C” mit dem Kürzel „KC“ Beachtung und gilt als Benchmark für gesamte Kaffeepreisentwicklung.

Der Coffee-Future KC im Wochenchart

Nach der Ausbildung eines Doppeltops fiel der Kurs unter den langfristigen EMA200 im Wochenchart zurück und generierte so ein Verkaufssignal. Auch weiterhin zeigt sich ein intakter Abwärtstrend in allen Zeiteinheiten sodass erst Notierungen oberhalb der 140 Cent-Marke das Chartbild aufhellen können.

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Fundamentaler Einfluss: Wetter, Pflanzzyklen und Produzenten

Der Preisverfall des Coffee C war beeindruckend – von rund 300 cent/Lbs (englisches Pfund entspricht rund 0,453 kg) im Jahre 2011 fiel der Wert kontinuierlich und dynamisch an die 100-cent-Marke zurück und geriet so erneut in das Visier der Medien – selbst der deutsche Durchschnittsverbraucher bemerkte die Verbilligung der „Krönung“. Vor allem die bei uns beliebte Sorte Arabica kam unter Druck. Die direkten Produzenten, also die Farmbetreiber, verkauften ihren Kaffee zu dieser Zeit unter den Produktionskosten und fuhren so Nettoverluste ein. Es war also nur eine Frage der Zeit bis diese das Angebot verknappten – erste Meldungen über verbrannte Ernten liefen damals über die Nachrichtenticker. Aufgrund schlechter Wetterbedingungen in den Anbauregionen in Südamerika war eine zuvor erwartete Rekordernte in Gefahr – der Preis zog im Frühjahr des Jahres 2014 wieder fulminant an. Weiterhin wissen wir, dass Rekordmeldungen zur Ernte meist zu einer Bodenbildung im Markt geführt haben. Gerade die Rohstoffmärkte zeigen uns beinahe täglich, dass die Nachrichtenlage zu den Tiefs schlecht und nahe den Tops sehr positiv war. Die Entwicklung auf dem Terminmarkt hängt in einem hohem Maß von den Planz- und Erntezyklen ab.

Kaffee-Futures im CoT-Report

Beim Blick auf den aktuellen CoT-Report fällt schnell auf, dass die großen Spekulanten (grün) massive Netto-Longpositionen abgebaut haben und sogar in den Short-Modus wechseln. Aufgrund der historischen Betrachtung scheint diese Positionierung jedoch nahezu ausgereizt, sodass eine Erholung möglich scheint.

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Quelle: www.timingcharts.com

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Hinweis: Historische Betrachtungen stellen keine verläßlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Unsere präferierten Szenarien und Einschätzungen sind durchaus fehlbar und stellen nur die, zum Zeitpunkt der Analyse aus unserer Sicht, wahrscheinlichste Entwicklungsmöglichkeit dar. Wir geben unsere Meinung nach bestem Wissen und Gewissen wieder, können die Entwicklung des Basiswerts jedoch nie mit Sicherheit und im Voraus erahnen. Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.